Mitteilungen

 

Eawag-Infotag: Gewässer in Zeiten der Energiewende

Die Energiestrategie 2050 fordert einen weiteren Ausbau der Wasserkraft. Das setzt die Schweizer Gewässer und Gewässerlandschaften unter Druck. Am Eawag-Infotag 2019 in Luzern diskutierten vergangene Woche Fachleute aus Praxis, Forschung und Verwaltung, wie den unterschiedlichen Interessen am Wasser nachhaltig nachgekommen werden kann und wo die Konkurrenz dieser Interessen eine Prioritätensetzung verlangt. [mehr…]

WWF: Gewässerschutz – Volksvertreter vertreten das Volk nicht

Dem Schweizer Volk liegen lebendige Bäche und Flüsse am Herzen. Das zeigt eine vom WWF in Auftrag gegebene, repräsentative Umfrage. Doch die Gewässer stehen unter starkem Druck. Nicht nur wegen der Klimaerwärmung – aus dem Nationalrat kommen laufend Vorstösse, die den Gewässerschutz aushöhlen.

Endbericht zum Projekt „Fischschutz und Fischabstieg in Österreich“ veröffentlicht

Der Endbericht des mehrjährigen Projektes „Fischschutz und Fischabstieg in Österreich“ wurde in den Publikationen des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus veröffentlicht. Das Hauptdokument beinhaltet eine Zusammenfassung aller gewonnen Ergebnisse. Die fünf Teilberichte zeigen unter anderem die Details der einzelnen Fallstudien.

 

Bundesrat begrüsst Anpassung der Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Konzessionserneuerung von Wasserkraftwerken

Bern, 14.08.2019 – Der Bundesrat unterstützt den von der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats (UREK-N) erarbeiteten Entwurf zur Änderung des Wasserrechtsgesetzes (WRG). Damit soll die parlamentarische Initiative 16.452 Rösti «Ausbau der Wasserkraft zur Stromerzeugung und Stromspeicherung. Anpassung der Umweltverträglichkeitsprüfung» umgesetzt werden. [mehr…]

 

Aqua Viva: Neue Website www.flussfrei.ch

Mit dem Projekt «Fluss frei!» will Aqua Viva die Schweizer Fliessgewässer von unnötigen Hindernissen befreien: Damit sich unsere Flüsse und Bäche dynamisch entwickeln und Fische ungehindert wandern können. [mehr…]

Wasser-Agenda 21: Neues Online-Forum «Renaturierung»

Das neue Online-Forum richtet sich an Fachleute, die sich mit Gewässerrevitalisierungen und der Sanierung der Wasserkraft beschäftigen. Es dient dem informellen Austausch von Informationen, Erfahrungen und Meinungen.

Die Registrierung ist einfach und schnell gemacht. Sie erlaubt es, eigene Beiträge zu erstellen und Diskussionen aktiv – per Emailmitteilung – zu folgen. Das Online-Forum umfasst zurzeit Informationen und Diskussionen zu den Renaturierungsthemen aber auch Stellenausschreibungen und eine «Materialbörse».

Besuchen Sie das Online-Forum. Wir freuen uns, wenn Sie aktiv mitmachen!

BAFU Dossier: Restwasser – Gewässer brauchen Wasser

Gewässer prägen vielerorts das Landschaftsbild und sind wichtig für die Biodiversität. In der Vergangenheit wurden die Gewässer in der Schweiz zunehmend verbaut und begradigt. Zudem wurden zahlreiche Wasserkraftwerke erstellt, welche das Wasser aus den Bächen und Flüssen zur Stromproduktion nutzen – oftmals bis auf den letzten Tropfen.

Wasser-Agenda 21 sucht eine Projektleiterin / einen Projektleiter für die Plattform Revitalisierung

Zur Weiterentwicklung der Plattform sucht Wasser-Agenda 21 auf den 1. September 2019 oder nach Vereinbarung eine engagierte, selbständige und kommunikative Persönlichkeit als

Projektleiter/-in für die Plattform Revitalisierung (80-100%)

zum Stelleninserat

 

Festlegung von Gewässerräumen: Bund und Kantone publizieren Arbeitshilfe

Die Kantone sind beauftragt, den Raumbedarf oberirdischer Gewässer festzulegen. Diese so genannten Gewässerräume gewährleisten den Gewässer- und Hochwasserschutz. Die Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz der Kantone (BPUK), die Landwirtschaftsdirektorenkonferenz (LDK) sowie die Bundesämter für Umwelt (BAFU), Raumentwicklung (ARE) und Landwirtschaft (BLW) haben gemeinsam eine Arbeitshilfe zur Festlegung und Nutzung des Gewässerraums erarbeitet. Sie soll dazu beitragen, dass die Gewässerraum-Vorschriften schweizweit einheitlich umgesetzt werden. [mehr…]

Kontrollinstrument Zählbecken – Die unterschätzte Bedeutung der Reusenkehle

Das BAFU hat den Expertenbericht zu Zählbecken veröffentlicht. Im Bericht werden Empfehlungen für den Bau und Betrieb von Zählbecken sowie die Durchführung von Fischzählungen formuliert. Es werden Angaben zur Gestaltung der Reusenkehle und des Zählbeckens gemacht. Ausserdem werden Anpassungen am Betrieb des Beckens und der Zählweise vorgeschlagen, die ein möglichst schonendes Handling der Fische und eine gute Qualität der Zählresultate gewährleisten sollen.

 

Bundesgerichtsurteil zu ehehaften Wasserrechten

Im Falle eines Kleinwasserkraftwerkes mit einem privaten Wasserrecht hat das Bundesgericht ein Urteil zur Einhaltung der aktuellen Umweltgesetzgebung gefällt. Das Urteil wird weitreichende Folgen haben für Wasserkraftwerke mit ehehaften Rechten. [mehr…]

 

Künstliches Hochwasser mit Kieszugaben verbesserte die Gewässerstrukturen der Saane

Künstliches Hochwasser mit Kieszugaben verbesserte die Gewässerstrukturen der Saane

Neuer Nature Artikel: Ein künstliches Hochwasser mit einer natürlichen Wiederkehrperiode von etwa zwei Jahren wurde im September 2016 von der Staumauer Rossens ausgelöst. Im Unterwasser wurden vier Kiesschüttungen von je 250 m3 im Uferbereich der Saane, angeordnet als alternierende Bänke, beigegeben.

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Wasserpolitischer Jahresrückblick 2018

Ein extrem trockener Sommer, Vorstösse zur Wasserversorgungssicherheit, Positionsbezüge zur Trinkwasserinitiative und zu Pestiziden im Wasser sowie das Bemühen, die Nutzung der Wasserkraft über Subventionen und Abstriche beim Gewässerschutz zu erleichtern – das alles hat die Schweizer Wasserpolitik 2018 geprägt. [mehr…]

Swiss Small Hydro: Jahresbericht 2018

Viele Kleinwasserkraftwerke sind bei der ökologischen «Sanierung Wasserkraft» in die Phase 2 mit Variantenwahl und Projektierung der Sanierungsmassnahmen gelangt. Swiss Small Hydro hat all diese Entwicklungen intensiv verfolgt und begleitet und hat aktiv an Lösungsansätzen mitgearbeitet.

IAHR Hydrolink „Drone special“ – To drone or not to drone

Die neue Hydrolink-Ausgabe 1, 2019 ist erschienen. Die Ausgabe ist den Drohnen gewidmet und wurde im Zusammenhang mit dem 2. HydroSenSoft-Symposium vorbereitet, das letzte Woche in Madrid stattfand, eine special session war den Drohnen gewidmet.

Hydrolink ist für IAHR-Mitglieder kostenlos und enthält einige Open-Access-Artikel:

Eawag: Häufige Sedimentspülungen gefährden Insektenvielfalt in alpinen Flüssen

Wasserlebewesen sind an raue Umweltbedingungen im Gebirge angepasst und tolerieren ein gewisses Mass an Störungen. Doch es kann auch zu viel werden, wie ein Beispiel aus der Westschweiz zeigt: Das regelmässige Spülen von Wasserfassungen führt zu einem dramatischen Rückgang der Insekten.

New York Times: Wo Gletscher schmelzen, sieht die Schweiz Chancen

Wird die Zukunft der Gletscher in den Schweizer Alpen bei der Wasserplanung des Landes berücksichtigt?

Die New York Times hat kürzlich einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, der exemplarisch die Chancen aufzeigt, die der Klimawandel und der Rückzug der Gletscher der Wasserkraft bieten können.

PUSCH Zertifikatslehrgang: „Revitalisierung von Fliessgewässern“

Der Zertifikatslehrgang „Revitalisierung von Fliessgewässern – Grundlagen für die Planung“ wird dieses Jahr zum ersten Mal von PUSCH veranstaltet und startet am 16. April 2019. Einzelne Plätze sind noch verfügbar.

Renaturieren, wo die Natur am meisten profitiert

In den kommenden Jahrzehnten sollen viele Schweizer Fliessgewässer ihren natürlichen Charakter zurückerhalten. Um herauszufinden, welche Gewässerabschnitte ökologisch am sinnvollsten zu renaturieren sind, haben Forschende der Eawag ein bestehendes Bewertungsverfahren weiterentwickelt.

BAFU: Anhörung Modul Geschiebehaushalt

Der Entwurf des Vollzugshilfemodul «Geschiebehaushalt – Massnahmen» ist noch bis am 22. Februar 2019 in Anhörung.

In einem Webinar wurde das Modul ausführlich vorgestellt.

Das Modul und die Aufnahme des Webinars sind auf einer Website des BAFU verfügbar: http://www.bafu.admin.ch/geschiebe-anhoerung

 

BAFU: Revitalisierte Aire – Kandidatin für Landschaftspreis des Europarats

Erstmals nimmt die Schweiz mit der Revitalisierung des Flüsschens Aire am Landschaftspreis des Europarats teil. Das Projekt ist nicht nur ein heute wertvolles Biotop für Pflanzen und Tiere und ein geschätzter Erholungsraum für Menschen. Es ist auch – dank der Bewahrung des Kanals – ein Ort der Kulturgeschichte und ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit eines multidisziplinär aufgestellten Teams.  [mehr…]

 

Nature Artikel: Morphologische Auswirkungen des grössten Dammrückbaus der Welt

In der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ wurde kürzlich ein Artikel veröffentlicht, in dem die morphologischen Auswirkungen des grössten Dammrückbaues anhand eines 5-jährigen Monitorings verfolgt wurden.

Der Artikel veranschaulicht wie sich die Erhöhung der Geschiebezufuhr aufgrund des Dammrückbaus auf die Gerinneform und morphologische Prozesse auswirkt:

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BAFU – Kommen Sie mit auf eine Fischwanderung

Wussten Sie, dass Fische in ihrem Leben über 10’000 km weit wandern?

Bis 2030 soll die freie Fischwanderung – die so genannte Fischgängigkeit – bei den Wasserkraftanlagen in der Schweiz wiederhergestellt sein. In einem neuen Dossier des BAFU wird veranschaulicht, wie heute die Realität aussieht.

 

Wasser-Agenda 21: Plattformen unterstützen die Renaturierung der Gewässer

Am 1. Januar 2011 ist eine revidierte Gewässerschutzgesetzgebung in Kraft getreten. Zu den neuen Vollzugsaufgaben zählen die Sicherung eines ausreichenden Gewässerraums, die Revitalisierung der Gewässer sowie die ökologische Sanierung der Wasserkraftnutzung. In die Umsetzung sind verschiedene Akteure involviert. Die neu bei Wasser-Agenda 21 angesiedelte «Plattform Revitalisierung» und die «Plattform Sanierung Wasserkraft» sollen für eine bessere Vernetzung der Akteure sorgen und den Wissensaustausch unterstützen. [mehr…]

 

Fachtagung „Leben mit dem Biber“: jetzt anmelden!

Am 7. Dezember 2018 soll die Fachtagung „Leben mit dem Biber – Erfahrungen, Herausforderungen, Perspektiven“ in Frauenfeld (nach der nationalen Bibertagung von 2014) erneut Fachpersonen und Interessierte aus den vom Biber betroffenen Bereichen und Regionen zusammenbringen. [mehr…]

BAFU – Video «Schweizer Gewässer – Alles klar?»

Das BAFU veröffentlicht ein neues Video zur Gewässerentwicklung in der Schweiz.

 

Gewässerraum für Hochwasserschutz und Biodiversität: Bundesrat genehmigt Bericht

Die Kantone sind seit 2011 gesetzlich verpflichtet, Gewässerräume festzulegen – als Beitrag an die Sicherheit vor Hochwasser und zur Förderung der Biodiversität. Der Bundesrat hat an der Sitzung vom 1. Juni 2018 den Bericht «Differenziertere Ausscheidung und Nutzung von Gewässerräumen» verabschiedet, der in Erfüllung des Postulats 12.3142 von Nationalrat Karl Vogler (CVP, OW) erstellt wurde. [mehr…]

BAFU – Weiterentwicklung der Gewässer

Der Schweizer Gewässerschutz ist auf den ersten Blick eine Erfolgsgeschichte. Eine differenzierte Analyse zeigt hingegen erhebliche Defizite beim Umgang mit unseren Gewässern. Der Artikel im «Aqua & Gas» 4/2018 spannt einen Bogen von der historischen Entwicklung der Gewässer bis zu den künftigen Herausforderungen.

Praxisanleitung aufgelöste unstrukturierte Blockrampe

Die VAW hat eine Praxisanleitung für aufgelöste unstrukturierte Blockrampen veröffentlicht.

7. Workshop Fischschutz und Fischabstieg: Verbesserung Massnahmenumsetzung

Der im Rahmen des Umweltforschungsplans des BMUB geförderte 2-tägige Workshop wird vom 18. – 19. April 2018 in den Räumlichkeiten der Sächsischen Aufbaubank in Dresden stattfinden.

 

Totalrevision Energiegesetz ab 1. Januar 2018

Am 30. September 2016 hat das Parlament das totalrevidierte Energiegesetz (EnG) verabschiedet (BBI 2016 7683). Gemäss dem totalrevidierten EnG ist nicht mehr die nationale Netzgesellschaft (Swissgrid AG) , sondern das Bundesamt für Umwelt (BAFU) für den Entscheid über die Entschädigung bei Wasserkraftwerken zuständig (Art. 62 Abs. 2 EnG). Dies hat Änderungen am Verfahren zur Folge. Materiell ändert sich nichts an der bisherigen Regelung. [mehr…]

 

Merkblatt-Sammlung Wasserbau und Ökologie

Die Publikation ist eine Fortsetzung der Merkblatt-Sammlung «Wasserbau und Ökologie», die im Jahr 2012 erschienen ist. Sie fasst die wichtigsten praxisrelevanten Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt «Geschiebe- und Habitatsdynamik» 2013 – 2017 zusammen. Die Themen und Inhalte wurden in einem interdisziplinären Prozess im Rahmen von verschiedenen Teilprojekten erarbeitet. [mehr…]

BAFU – Entschädigung bei Geschiebehaushaltsstudien

Ein Informationsblatt des BAFU gibt einen Überblick über Modalitäten der Entschädigung betreffend der Studie über
Art und Umfang von Massnahmen zur Sanierung des Geschiebehaushalts („Geschiebehaushaltsstudie“).

BAFU – Finanzierung von Massnahmen zur Sanierung des Geschiebehaushalts bei Nicht-Wasserkraftanlagen

Ein Informationsblatt des BAFU gibt einen Überblick über die Finanzierung von Massnahmen zur Sanierung des Geschiebehaushaltes bei Nicht-Wasserkraftanlagen

 

Fallbeispiel-Sammlung zur Raumsicherung für Revitalisierungen

Sie möchten ein Revitalisierungsprojekt umsetzen, doch Ihnen fehlt das nötige Land? Sie versuchen eine Lösung zu finden in einem Landverhandlungsprozess und kommen nicht weiter? Die neue Sammlung der Plattform Renaturierung bietet Ihnen rund 30 Fallbeispiele mit unterschiedlichen Vorgehensweisen zur Raumsicherung für Revitalisierungen. [mehr…]

 

Unterstützung von Projekten durch Fondsgelder

Verein für umweltgerechte Energie VUE, Zürich – Der naturemade star Fonds unterstützt ökologische Verbesserungsmassnahmen, die Teil von gut eingebeteten, sinnvollen Aufwertungsprojekten sind und möglichst zeitnah umgesetzt werden. Ein Projekt kann auch dann von den Fondsgeldern profitieren, wenn die Hauptträgerschaft kein VUE-Partner ist. [mehr…]

 

Neues Dossier: Warum brauchen die Gewässer Raum?

Bundesamt für Umwelt BAFU, Bern – Naturnahe Bäche, Flüsse und Seen beherbergen unzählige Tier- und Pflanzenarten und leisten einen erheblichen Beitrag zum Schutz vor Hochwasser, zur Trinkwasserversorgung und dienen auch der Erholung. Um all diese Aufgaben zu erfüllen, braucht es Wasser in einer guten Qualität, eine ausreichende Wasserführung sowie genügend Raum für die Gewässer. [mehr…]

 

Für die Schweizer Flüsschen sieht die Zukunft düster aus

Tages Anzeiger  – Den Kleingewässern geht es schlecht. Trotzdem wird ihr Schutz per Anfang Mai noch zusätzlich aufgeweicht. […] Die kleinen Fliessgewässer seien mit einer «Vielzahl von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden belastet», teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) unlängst mit. In insgesamt fünf Schweizer Bächen machten Forscher die Probe aufs Exempel – nirgendwo waren die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität erfüllt. […] [mehr…]

Wasser-Agenda 21: Fachwissen für eine erfolgreiche Sanierung Wasserkraft

Bis 2030 werden die negativen ökologischen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung beseitigt. Im Rahmen einer Studie hat Wasser-Agenda 21 abklären lassen, ob das Fachwissen und das Wissensmanagement für diese Generationenaufgabe ausreichen.

 

Schwemmholz, solide verankert

Der Bund – Mit fest verankerten Baumstämmen im Gewässer wird der Scherlibach in Köniz ökologisch aufgewertet und zugleich der Hochwasserschutz verbessert – ein Pionierprojekt. In erster Linie soll die Neugestaltung den Scherlibach für Bachforellen und andere Wasserlebewesen wie kleine Krebse attraktiver machen. «Hinter den Stämmen, Ästen und Wurzelstöcken können sich Bachforellen in ruhigem Wasser aufhalten und verstecken», sagt Simon Urfer, der für das Projekt zuständige Mitarbeiter des Dienstzweigs Landschaft der Gemeinde Köniz. [mehr…]

 

Gewässerräume: Eine Mission Possible

Planung und effiziente Umsetzung der Gewässerräume im Kanton Aargau. Der räumliche Gewässerschutz ist keine «Mission Impossible» – dies beweist das Aargauer Modell zur Umsetzung der Gewässerräume: Es ist vielmehr eine Vision von naturnahen Gewässern, die mit Mut zu unkonventionellen Umsetzungsmethoden auch in Zeiten von grundsätzlichen Interessenkonflikten und beschränkten Ressourcen erreicht werden kann. [mehr…]

 

Den ökologischen Nutzen von Revitalisierungen messen

Dübendorf, 03.11.2016 – News-Plattform

Revitalisierungen von Flüssen und Bächen sind naturschützerische Vorzeigeprojekte. Was sie der Natur bringen, ist aber oft nicht klar. Denn es fehlen systematische Erfolgskontrollen. Forschende der Eawag präsentieren nun ein Verfahren, mit dem sich die ökologischen Auswirkungen von Revitalisierungsmassnahmen besser quantifizieren lassen.

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Überraschendes aus den Tiefen der Schweizer Seen

Dübendorf, 06.09.2016 – Eawag Infotag 2016. Seenforschung – Aktuelle Einblicke in ein bedeutendes Ökosystem.

Seen sind bedeutende Ökosysteme. Seit über 100 Jahren werden ihre Geheimnisse in der Schweiz bereits erforscht. Dennoch stossen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie ihre Partner auf den Fachstellen von Bund und Kantonen immer wieder auf Überraschendes. Zum Beispiel auf eine bereits für ausgestorben erklärte Fischart im Bodensee, Folgen der römischen Waldrodungen um den Murtensee oder ein Häufung antibiotikaresistenter Bakterien in der Nähe von Abwassereinleitungen im Genfersee.

KWO eröffnet Ausgleichsbecken

Die KWO feiert heute die Eröffnung des Tandem-Projekts. Ein aus ökologischer Sicht wichtiger Bestandteil dieses Projekts ist das Ausgleichsbecken bei Innertkirchen – die erste Schwall-Sunk Sanierungsmassnahme, welche im Rahmen des neuen Gewässerschutzgesetzes umgesetzt wurde.

 

Land unter: Revitalisierungsprojekte bei Hochwasser

Das Wasser tost, das Kies rollt, die Aue wird überflutet – ein Hochwasser mittlerer Grösse bahnt sich den Weg. Ökologische Schlüsselprozesse können dabei ablaufen, gerade auch in revitalisierten Flussabschnitten. Mit einem raffinierten Feldexperiment haben nordschwedische Forschende jedoch gezeigt, dass Revitalisierungsprojekte oft nicht auf diese ökologisch wichtigen Ereignisse ausgerichtet sind. [mehr…]

Grosse Defizite beim biologischen Zustand der Schweizer Fliessgewässer

Bern, 14.07.2016 – Die erstmaligen Resultate der nationalen Beobachtung der Oberflächengewässer ergeben ein unterschiedliches Bild des Zustands der Fliessgewässer:

Die Belastung mit Phosphor und Nitrat hat abgenommen, diejenige durch Mikroverunreinigungen jedoch wächst, und der biologische Zustand weist teilweise erhebliche Defizite auf. Laut Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), bestätigen diese Befunde, dass im Hinblick auf die Wiederherstellung und Erhaltung der Gewässerqualität grosser Handlungsbedarf besteht.

Süsswasser: Quelle des Lebens

Fotografien von Michel Roggo, ergänzt mit der Ausstellung «Nachhaltige Wassernutzung» des Schweizerischen Nationalfonds SNF

26. Februar bis 22. Mai 2016, Naturmuseum Thurgau

Nur drei Prozent des Wassers auf unserer Erde sind Süsswasser. Umso mehr erstaunt der verschwenderische Umgang mit Süsswasser in weiten Teilen der Welt. Fünf Jahre lang hat Michel Roggo Süsswasserlebensräume rund um den Globus dokumentiert. Der international renommierte und vielfach ausgezeichnete Schweizer Fotograf zeigt 40 faszinierende Stimmungsbilder von Unterwasserlandschaften, aufgenommen in Gewässern der Schweiz und an exotischen Orten der Welt. Seine Bilder eröffnen Einblicke in fremde Welten und zeigen Paradiese von zauberhafter, doch auch zerbrechlicher Schönheit. Mit seiner Arbeit sensibilisiert Michel Roggo für einen sorgsamen Umgang mit Wasser.

Dass dies auch in der Schweiz notwendig ist, vermittelt der zweite Teil der Ausstellung. In kurzweiligen Videos an mehreren Stationen erzählen Fachleute des nationalen Forschungsprojektes «Nachhaltige Wassernutzung» von ihren Erkenntnissen. Sie berichten etwa davon, wie unsere Wasserressourcen wegen des Klimawandels und gesellschaftlicher Veränderungen zunehmend unter Druck geraten, und zeigen Wege auf, wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann.

Von der WC-Spülung über die morgendliche Dusche zum sauberen T-Shirt: Mit der Ausstellung «Süsswasser: Quelle des Lebens» greift das Naturmuseum Thurgau ein Thema auf, das uns alle täglich betrifft.

Renaturierung von Schaffhauser Flüssen und Bächen

Renaturierung von Schaffhauser Flüssen und Bächen

Fakten zur Gewässerrevitalisierung: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden viele Fliessgewässer begradigt, befestigt oder gar überdeckt. Durch die Verlegung und Kanalisierung von Flüssen und Bächen wollte man zusätzliches Land gewinnen, sowie Ortschaften und Kulturland gegen Hochwasser schützen. Die Folgen waren monotone Gewässerläufe, die aus ihrem ökologischen Gleichgewicht gerieten. Auch im Kanton Schaffhausen fast jedes zweite Gewässer betroffen: Von insgesamt 325 km Fliessgewässern sind 150 km in einem ökologisch schlechten Zustand.

Renaturierungen von Gewässern schaffen Lebens- und Erholungsräume, fördern die Biodiversität und tragen nach neueren Erkenntnissen der Gefahrenprävention zum nachhaltigen Hochwasserschutz bei.

Eine Änderungen der Schweizerischen Gewässerschutzgesetzgebung aus dem Jahr 2011 sowie des Wasserwirtschaftsgesetztes des Kantons Schaffhausen aus dem Jahr 2012 machen den Weg frei, durch Renaturierungen die vielfältigen Funktionen von Gewässern wieder herzustellen.

Diese Präsentation zeigt Beispiele von Renaturierungsprojekten. Sie richtet sich in erster Linie an die Schaffhauser Gemeinden aber auch an diesem Thema interessierten Verbände, Vereine und Private.nhand vieler Beispiele quer durch den Kanton Zürich wird gezeigt, wie Bäche und Flüsse revitalisiert werden können.

Revitalisierung von Zürcher Gewässern

Lebensraum Wasser – Revitalisierung von Zürcher Gewässern

Anhand vieler Beispiele quer durch den Kanton Zürich wird gezeigt, wie Bäche und Flüsse revitalisiert werden können.

Musik trifft Wissenschaft – Vertonte Flussrenaturierungsplanung

Knuts Koffer: „Flussfisch“

IGB-Forscherin Dr. Simone Langhans und die Schweizer Band Knuts Koffer wollten gemeinsam etwas Neues ausprobieren: Zusammen haben sie ein komplexes Forschungsthema künstlerisch vertont. Gefördert wurde das Experiment von der Alexander von Humboldt Stiftung.

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Eine Qual für den Aal

Eine schnelle Sanierung der Aufstiegshilfen bei Kraftwerken ist für Fische überlebenswichtig, wie eine neue Studie des Wasserforschungsinstituts Eawag in Dübendorf zeigt.

Fische haben es nicht leicht. Eine Flusswanderschaft wird jeweils zum Hindernisparcours. Allein im Einzugsgebiet des Hochrheins, der zwischen Bodensee und Basel fliesst, unterbrechen 37 Wasserkraftwerke und zwei Wehre den Strom. Zwar haben die Kraftwerksbetreiber bei gut 30 künstlichen Hindernissen eine Aufstiegshilfe eingerichtet, damit die Fische stromaufwärts ihre Laichplätze erreichen können. Dennoch: Die jüngsten Zahlen des Bundesamts für Umwelt sind erstaunlich. Im Bericht «Renaturierung der Schweizer Gewässer» heisst es: «Von den gesamtschweizerisch 2075 kraftwerksbedingten Wanderhindernissen müssen bei 970 der Fischaufstieg, der Fischabstieg oder beide Wanderkorridore wiederhergestellt werden.» Das Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass die Sanierungen bis 2030 umgesetzt sein müssen.

Der Ständerat steht beim Gewässerschutz zu seinem Wort

Die Bauern wollten das strenge Gewässerschutzgesetz verwässern. Doch der Ständerat hält beim Gewässerschutz Wort.

Er hat am Donnerstag, 03.12.2015 eine Motion aus dem Nationalrat abgelehnt, die den Kompromiss mit dem Fischerei-Verband zur Initiative „Lebendiges Wasser“ nach kurzer Zeit wieder unterlaufen hätte. Für die Bauern hat das spürbare Folgen.

Renaturierung der Schweizer Gewässer: Die Sanierungspläne der Kantone ab 2015

Bericht Renaturierung der Gewässer 2015

Wasserkraftanlagen und Gewässerverbauungen haben unsere Flusslebensräume stark verändert. Das hat auch negative Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen. Das neue Gewässerschutzgesetz von 2011 fordert deshalb, dass unsere Gewässer wieder natürlicher werden. Bis Ende 2014 mussten die Kantone zu diesem Zweck den Zustand der Gewässer untersuchen. Sie ermittelten, welche Gewässer durch Wasserkraftanlagen so beeinflusst sind, dass die dort lebenden Tiere und Pflanzen wesentlich beeinträchtigt sind und welche Gewässer revitalisiert werden sollen. Als wichtigstes Resultat dieser kantonalen Planungen wurden die Anlagen bestimmt, die zur Beseitigung der Defizite saniert werden müssen. Schweizweit sind das etwa:

  • 1000 Fischwanderhindernisse von Wasserkraftanlagen.
  • 100 Wasserkraftwerke die künstliche Abflussschwankungen (Schwall-Sunk) verursachen.
  • 500 Wasserkraftwerke und andere Anlagen, die Geschiebedefizite verursachen.

Darüber hinaus zeigen die kantonalen Planungen, dass 13 800 Kilometer der Gewässer stark verbaute oder eingeengte Flusssohlen und Ufer aufweisen. Von diesen Gewässern weisen 9600 Kilometer einen hohen oder mittleren Nutzen für Natur und Landschaft auf. Ab 2015 planen Kantone und Anlagenbesitzer die Massnahmen an den sanierungspflichtigen Anlagen in den Bereichen Fischgängigkeit, Abflussschwankungen und Geschiebe und setzen sie bis spätestens 2030 um. Die Revitalisierung der verbauten und eingeengten Gewässer ist eine Mehrgenerationenaufgabe und soll bis 2090 umgesetzt werden.

Mehr Ackerland für Landwirtschaftsbauten als für Gewässerschutz

Radiobeitrag zum Thema Gewässerraum:

Um ihren guten Ackerboden zu verteidigen, bekämpfen die Bauern in zahlreichen Kantonen die Renaturierung von Flüssen, wie sie die Bevölkerung im Jahr 2011 gutgeheissen hat. Eine Untersuchung aus dem Kanton Aargau zeigt nun: Die Bauern verbrauchen selber viel mehr wertvolles Ackerland als der Gewässerschutz.

Was macht Hochwasserschutzprojekte erfolgreich?

Abschlussbericht zum Projekt “Was macht Hochwasserschutzprojekte erfolgreich? – Eine Evaluation der Risikoentwicklung, des Nutzens und der Rolle privater Geldgeber“ des Mobiliar Lab für Naturrisiken, einer gemeinsamen Forschungsinitiative der Mobiliar und des Oeschger-Zentrums (OCCR) der Universität Bern.

Dieser Bericht untersucht die Rolle und Perspektive Schweizer Gemeinden in der Planung und Umsetzung von Hochwasserschutzprojekten. Die Analyse fokussiert auf die drei Kernthemen Projektablauf (Projektinitiierung, Beteiligung von Versicherungen etc.), Nutzen (ökonomisch, ökologisch, sozial) und Risiko (risikobasiertes Vorgehen, Risikoentwicklung etc.) und geht dabei der Frage nach, was Hochwasserschutzprojekte erfolgreich macht. Dazu wurden 71 Hochwasserschutzprojekte durch eine Auswertung der technischen Projektberichte, einer Onlineumfrage und Interviews mit kommunalen Projektverantwortlichen erfasst. Die gewonnen Erkenntnisse wurden anschliessend durch weitere Akteure im Schweizer Hochwasserschutz reflektiert.

Hochwasserschutzprojekte werden mehrheitlich nach eingetretenen Überschwemmungsereignissen geplant und umgesetzt. Eine systematische Koordination der zentralen wasserbaulichen Massnahmen mit organisatorischen oder raumplanerischen Massnahmen zur Risikominimierung findet nicht grundsätzlich statt. Ansätze zur Kombination von Hochwasserschutz mit ökologischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Zusatznutzen sind vorhanden, das Potential wird aber nicht voll ausgeschöpft. Kurzfristig reduzieren die untersuchten Massnahmen das Risiko nachweislich. Die zukünftige Risikoentwicklung ist ungewiss. Das Risiko dürfte sich aufgrund der sozio-ökonomischen Entwicklung (Bevölkerungswachstum, Bautätigkeit etc.) langfristig aber erhöhen. Der Einfluss von Versicherungen und allgemein Dritter ist im Schweizer Hochwasserschutz vernachlässigbar. Finanzielle Beteiligungen Dritter an Hochwasserschutzmassnahmen können jedoch helfen, den Projektablauf zu beschleunigen.

Der frühe Einbezug der betroffenen Akteure und der regelmässige Austausch unter diesen sind wichtige Faktoren für ein erfolgreiches Hochwasserschutzprojekt. Weiter ist eine räumliche (z. B. Einzugsgebietssicht, Koordination mit Unterlieger) und sektorale (z. B. Schnittstellen zu Infrastrukturprojekten, Revitalisierung, Naherholung) Vernetzung von Hochwasserschutzprojekten zu fördern, da diese nachweisbar Mehrnutzen generiert. Auch braucht es eine Grundlage für risikobasiertes und proaktives Handeln. Versicherungen könnten hier durch ihre Expertise zur Entwicklung eines Risikomonitorings einen wertvollen Beitrag zu einer langfristigen Sicherung des angestrebten Sicherheitsniveaus im Hochwasserschutz leisten.

Thomi L., Zischg A., Suter H. 2015: Was macht Hochwasserschutzprojekte erfolgreich? – Eine Evaluation der Risikoentwicklung, des Nutzens und der Rolle privater Geldgeber. MobiliarLab, Geographisches Institut, Bern.

Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet

Die Abteilung Wasserbau, Sektion Planung des AWEL Kanton Zürich meldet, dass die Überarbeitung der Arbeitshilfe zur Festlegung des Gewässerraums (Werkzeugkasten) abgeschlossen ist.

Die Kantone wurden verpflichtet, den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer festzule-gen, welcher für die Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Gewässer, den Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung (inkl. Erholung) erforderlich ist (Art. 36a GSchG).

Für die Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet führte der Kanton Zürich Pilot-projekte in vier Gemeinden durch. Ziel war es, bis Ende 2013 das Verfahren und die Zu-ständigkeiten bei der Festlegung des Gewässerraums an den Fliessgewässern im Sied-lungsgebiet zu klären. Die Ergebnisse aus den Pilotprojekten wurden im «Synthesebericht zur Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet» zusammengefasst. Die vorliegende Arbeitshilfe konkretisiert die im Synthesebericht aufgeführten Grundsätze der Gewässerraumfestlegung und soll den Planungsträgern bei der Gewässerraumfestle-gung als Hilfe und Wegleitung dienen. Sie wurde gemeinsam mit drei Arbeitsgruppen (Siedlung, Hochwasserschutz, Ökologie und Erholung) erarbeitet.

Zur Veranschaulichung der Gewässerräume und zur Abwägung der betroffenen Interessen wurde von der ETH Zürich eine Visualisierungsplattform erstellt. In der Arbeitshilfe wird ein Verweis auf diese externe Plattform aufgeführt.

Suter S., Häni M., Scapozza C., Marzohl S., Zurbriggen N., Bergamin N. 2015. Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet – Struktur und Inhalt der Arbeitshilfe („Werkzuegkasten“). AWEL Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft Kanton Zürich.

 

Ja zur Gewässerrevitalisierung – (k)eine Frage der Fruchtfolgeflächenverluste

Die beschränkte Verfügbarkeit der Ressource Boden führt dazu, dass Hochwasserschutzprojekte, Renaturierungen oder Revitalisierungen mit dem Argument des übermässigen Verbrauchs an Landfläche im Allgemeinen und Fruchtfolgefläche im Speziellen hinterfragt werden. Mit dem revidierten und 2011 in Kraft getretenen Gewässerschutzgesetz verlangt der Bund von den Kantonen eine strategische Planung der Revitalisierung der Gewässer. [mehr…]

Gewässerentwicklungskonzept Hasli

Bis in die 1980er-Jahre standen die Nutzungs- und Hochwasserschutzinteressen im Vordergrund. In der Zwischenzeit haben sich die Sichtweisen – und damit auch die gesetzlichen Anforderungen – stark verändert. Prioritär ist weiterhin der Hochwasserschutz, also die Sicherheit. Berücksichtigt werden müssen heute jedoch auch Anliegen aus den Bereichen Naturschutz, Erholung, Tourismus, Wasserversorgung und Landwirtschaft. Was das für die einzelnen Gewässer bedeutet, können nicht allein Fachexperten entscheiden. Vielmehr sind auch alle jene Bevölkerungskreise einzubeziehen, die von den entsprechenden Vorhaben betroffen sind.

Eine Möglichkeit, diese Herausforderung zu erfassen und koordiniert anzugehen, ist die Erarbeitung eines Gewässerentwicklungskonzepts wie das GEK Hasli.

In vielen Gewässern fehlt Kies

Führt ein Bach oder Fluss zuviel Geschiebe, kann er bei Hochwasser leicht über die Ufer treten und Schäden anrichten. Doch oftmals fehlen in den Schweizer Fliessgewässern Geröll, Steine und Kies. Das wirkt sich auf die Lebewesen aus.

SRF Radio: Echo der Zeit vom 04. Mai 2015 18.00 Uhr

Umsetzungsmodell Revitalisierung

Erfolgreiche Umsetzung der strategischen Revitalisierungsplanung nach GSchG.2011

Idee und Zielsetzung
Das mentale Modell beschäftigt sich mit den Faktoren, welche massgeblich für eine erfolgreiche Umsetzung von Revitalisierungsprojekten verantwortlich sind. Der ökologische Erfolg wird vorausgesetzt und im Modell nicht behandelt. Das Modell soll helfen, sich bewusst zu werden, welche Faktoren, Prozesse und Akteure bei einer Revitalisierung mitspielen und wo die grössten Hebel sich befinden. Aus den Hebeln leiten sich die Schwerpunkte und Handlungsfelder der AG.RENAT ab. Letztlich widerspiegelt das Modell also nichts anderes als die AG.RENAT und deren Umfeld. Das Modell ist nicht abschliessend und wird episodisch angepasst.

Herkunft
Das Modell wurde von Willy Müller entworfen. Anschliessend wurde es mit externen Spezialisten sowie an einem Validierungsworkshop mit vier Renaturierungspraktikern und mit dem Forum der AG.Renat diskutiert.

Funktionsweise
Um den zentralen Begriff „Erfolgreiche Umsetzung Revitalisierung“ sind sieben Hauptfaktoren angeordnet:

  • Landverfügbarkeit
  • Opportunitäten
  • Restriktionen
  • Synergien
  • Knowhow und Erfahrung
  • Legitimität
  • gesicherte Finanzierung

Diese Hauptfaktoren beinflussen die Umetzung eines Revitalsierungsprojekts entweder positiv (fördernd) oder negativ (hindernd), was mit einem + oder einem – direkt beim Pfeil vermerkt ist.
Die Hauptfaktoren sind nach aussen hin in unzählige weitere Faktoren aufgegliedert; der Detaillierungsgrad der Darstellung nimmt zu.
Mittels Klick auf das Kreis-Symbol kann nach Belieben ein anderes Element als „Zentrum“ der Darstellung ausgewählt werden.
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Ganz schön provokativ: Die fünf Mythen der Revitalisierungsökologie

Fünf Mythen, so sagen Hilderbrand et al. (2005), halten sich hartnäckig in der Revitalisierungsökologie. Sie beeinflussen, wie wir Ziele setzen und Projekte bewerten. Die Autoren empfehlen, Revitalisierungsprojekte als Experimente zu sehen, aus denen aktiv gelernt werden kann. Neue Ansätze sollen bewusst nebeneinander getestet und miteinander verglichen werden. Damit erhöht sich auch die Reaktionsfähigkeit von revitalisierten Flussabschnitten gegenüber ausserordentlichen Ereignissen wie grösseren Hochwassern.

Ein Beitrag von Christine Weber zum Thema: Von Altbekanntem und Brandneuem – Revitalisieren als Lernprozess.

Gibt es Mystik auch in der Revitalisierungsökologie? Ja, so postulierten drei amerikanische Wissenschaftler (Hilderbrand et al. 2005). Sie verglichen verschiedene Revitalisierungsprojekte miteinander, v.a. an Fliessgewässern und in Feuchtgebieten. Dabei identifizierten sie fünf gängige Annahmen oder eben Mythen, die in der Revitalisierungsökologie oft unkritisch weitergegeben werden, aber nicht in jedem Fall auch eintreffen müssen:

  • Durchschlag („Carbon Copy“) – Annahme: Die Entwicklung eines revitalisierten Abschnitts verläuft nach einem klaren Muster hin zu einem statischen, vorhersehbaren Endpunkt wie er z.B. aus historischen Referenzbedingungen abgeleitet wird. Gegenbeispiel: Flussökosysteme bestehen aus einem hochdynamischen Mosaik an verschiedensten Lebensräumen. Diese reagieren unterschiedlich auf Revitalisierungsmassnahmen. Zudem haben sich Umweltbedingungen grossräumig u.U. grundsätzlich verändert. Entsprechend ist eine Vielzahl an dynamischen Endpunkten möglich.
  • Traumland („Field of dreams“) – Annahme: „Baue und sie werden kommen“. Werden die abiotischen Strukturen eines Gewässers wiederhergestellt, dann werden sich auch die Organismen-Gemeinschaften entsprechend entwickeln. Gegenbeispiel: Neben der Flussmorphologie beeinflussen zahlreiche andere Faktoren die Besiedlung eines revitalisierten Flussabschnitts, so beispielsweise die Vernetzung, die Wasserqualität oder Hydrologie.
  • Schnellzugstempo („Fast forwarding“) – Annahme: Die Entwicklung von Revitalisierungsprojekten lässt sich künstlich beschleunigen, z.B. durch Bepflanzung. Gegenbeispiel: Unter Umständen werden wichtige Entwicklungsschritte übersprungen, wie z.B. in der Bodenentwicklung. Entsprechend hat man es mit einem unreifen System zu tun, in dem sich wichtige ökologische Funktionen noch nicht einstellen können.
  • Kochbuch (Cookbook) – Annahme: Ansätze, die sich in einem System bewährt haben, lassen sich erfolgreich auf ähnliche Systeme übertragen. Gegenbeispiel: Systeme, die sich strukturell ähnlich sehen, können sehr unterschiedlich funktionieren. Entsprechend kann die Entwicklung eines Revitalisierungsprojekts ziemlich anders verlaufen.
  • Volle Kontrolle („Command and Control“) – Annahme: Durch geeigneten Unterhalt lässt sich die Entwicklung von revitalisierten Abschnitten steuern und kontrollieren. Gegenbeispiel: Steuerung und Kontrolle verkommen dann zur kostspieligen Sisyphus-Arbeit, wenn Hauptbeeinträchtigungen nicht behoben wurden und entsprechend anhaltende Symptome bekämpft werden..

Müssen zahlreiche gängige Annahmen in der Revitalisierungsökologie also unter „Märchenstunde“ abgebucht werden? So wollen die Autoren nicht verstanden werden – das Übertragen von Erfahrungen sei schliesslich zentraler Bestandteil des Lernprozess. Sie ziehen aber folgende Schlussfolgerungen:

  • Mythen haben durchaus ihren Wert, da sie helfen, komplexe Systeme in einfach vermittelbare Modelle zu übersetzen.
  • Alle Annahmen und Übertragungen sind als solche zu behandeln und bewusst zu hinterfragen, insbesondere im Planungsprozess.
  • Fliessgewässer sind sehr dynamisch, die Bedingungen können räumlich und zeitlich stark schwanken. Zudem lässt sich die Zukunft nur schwer vorhersehen, d.h. wichtige Schlüsselfaktoren können sich verändern. Entsprechend empfiehlt es sich, Zielsetzungen nicht fix auf die aktuellen Bedingungen und Herausforderungen auszurichten. Vielmehr sollen sie vorausschauend definiert werden, z.B. unter Formulierung unterschiedlicher möglicher Endpunkte.
  • Revitalisierungsprojekte sind als Experimente zu betrachten, in denen Ansätze bewusst getestet und untereinander verglichen werden können. So wächst unsere „Werkzeug- und Erfahrungsbox“ aktiv und kontinuierlich weiter.
  • Ziel von Revitalisierungsmassnahmen müssen Flusssysteme sein, die auch auf ausserordentliche Ereignisse wie grössere Hochwasser reagieren können. Diese Reaktionsfähigkeit ist in vielfältigen Projekten meist erhöht.

Hilderbrand RH, Watts AC, Randle AM. 2005. The myths of restoration ecology. Ecology and Society 10(1): 19.

Das Gewässerschutzgesetz aus der Sicht des Bundes

Wieso unsere Bäche leiden und was sich dagegen tun lässt – dies erläutert Stephan Müller, Leiter der Abteilung Wasser beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), in einem Interview.

Um einen besseren Schutz vor Hochwasser gewährleisten zu können, wurden in der Vegangenheit zahlreiche Fliessgewässer begradigt und verbaut. Heute wissen wir, dass dies auch zu einem Rückgang der Biodiversität in und an den Gewässern führte. Deshalb sieht das Gewässerschutzgesetz Massnahmen vor, welche die Gewässer wieder naturnaher gestalten: Die Gewässer sollen gezielt renaturiert werden und bis in 80 Jahren wieder eine funktionierende Flora und Fauna aufweisen. Die rund 2’000 ha Land, die dazu verwendet werden, gehen vor allem der Landwirtschaft verloren. Ausserdem braucht es zur Begünstigung der Quervernetzung der Gewässer zusätzliche Flächen, der Gewässerraum, wobei dieser aber weiterhin von der Landwirtschaft extensiv genutzt werden kann. Das Problem des Landverlustes relativiert sich, wenn der Blickwinkel geöffnet wird: Insgesamt ist heute der Verlust an Landwirtschaftsfläche aufgrund der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung weitaus grösser. Und: Renaturieren heisst nicht nur, etwas für die Natur zu tun, sondern auch für den Menschen. Denn vielfach geht eine Renaturierung mit einer Aufwertung der Naherholung einher.

TOP NEWS vom 17. Februar 2015 > Thema: TOP FOKUS