Mitteilungen

Was macht Hochwasserschutzprojekte erfolgreich?

Abschlussbericht zum Projekt “Was macht Hochwasserschutzprojekte erfolgreich? – Eine Evaluation der Risikoentwicklung, des Nutzens und der Rolle privater Geldgeber“ des Mobiliar Lab für Naturrisiken, einer gemeinsamen Forschungsinitiative der Mobiliar und des Oeschger-Zentrums (OCCR) der Universität Bern.

Dieser Bericht untersucht die Rolle und Perspektive Schweizer Gemeinden in der Planung und Umsetzung von Hochwasserschutzprojekten. Die Analyse fokussiert auf die drei Kernthemen Projektablauf (Projektinitiierung, Beteiligung von Versicherungen etc.), Nutzen (ökonomisch, ökologisch, sozial) und Risiko (risikobasiertes Vorgehen, Risikoentwicklung etc.) und geht dabei der Frage nach, was Hochwasserschutzprojekte erfolgreich macht. Dazu wurden 71 Hochwasserschutzprojekte durch eine Auswertung der technischen Projektberichte, einer Onlineumfrage und Interviews mit kommunalen Projektverantwortlichen erfasst. Die gewonnen Erkenntnisse wurden anschliessend durch weitere Akteure im Schweizer Hochwasserschutz reflektiert.

Hochwasserschutzprojekte werden mehrheitlich nach eingetretenen Überschwemmungsereignissen geplant und umgesetzt. Eine systematische Koordination der zentralen wasserbaulichen Massnahmen mit organisatorischen oder raumplanerischen Massnahmen zur Risikominimierung findet nicht grundsätzlich statt. Ansätze zur Kombination von Hochwasserschutz mit ökologischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Zusatznutzen sind vorhanden, das Potential wird aber nicht voll ausgeschöpft. Kurzfristig reduzieren die untersuchten Massnahmen das Risiko nachweislich. Die zukünftige Risikoentwicklung ist ungewiss. Das Risiko dürfte sich aufgrund der sozio-ökonomischen Entwicklung (Bevölkerungswachstum, Bautätigkeit etc.) langfristig aber erhöhen. Der Einfluss von Versicherungen und allgemein Dritter ist im Schweizer Hochwasserschutz vernachlässigbar. Finanzielle Beteiligungen Dritter an Hochwasserschutzmassnahmen können jedoch helfen, den Projektablauf zu beschleunigen.

Der frühe Einbezug der betroffenen Akteure und der regelmässige Austausch unter diesen sind wichtige Faktoren für ein erfolgreiches Hochwasserschutzprojekt. Weiter ist eine räumliche (z. B. Einzugsgebietssicht, Koordination mit Unterlieger) und sektorale (z. B. Schnittstellen zu Infrastrukturprojekten, Revitalisierung, Naherholung) Vernetzung von Hochwasserschutzprojekten zu fördern, da diese nachweisbar Mehrnutzen generiert. Auch braucht es eine Grundlage für risikobasiertes und proaktives Handeln. Versicherungen könnten hier durch ihre Expertise zur Entwicklung eines Risikomonitorings einen wertvollen Beitrag zu einer langfristigen Sicherung des angestrebten Sicherheitsniveaus im Hochwasserschutz leisten.

Thomi L., Zischg A., Suter H. 2015: Was macht Hochwasserschutzprojekte erfolgreich? – Eine Evaluation der Risikoentwicklung, des Nutzens und der Rolle privater Geldgeber. MobiliarLab, Geographisches Institut, Bern.

Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet

Die Abteilung Wasserbau, Sektion Planung des AWEL Kanton Zürich meldet, dass die Überarbeitung der Arbeitshilfe zur Festlegung des Gewässerraums (Werkzeugkasten) abgeschlossen ist.

Die Kantone wurden verpflichtet, den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer festzule-gen, welcher für die Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Gewässer, den Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung (inkl. Erholung) erforderlich ist (Art. 36a GSchG).

Für die Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet führte der Kanton Zürich Pilot-projekte in vier Gemeinden durch. Ziel war es, bis Ende 2013 das Verfahren und die Zu-ständigkeiten bei der Festlegung des Gewässerraums an den Fliessgewässern im Sied-lungsgebiet zu klären. Die Ergebnisse aus den Pilotprojekten wurden im «Synthesebericht zur Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet» zusammengefasst. Die vorliegende Arbeitshilfe konkretisiert die im Synthesebericht aufgeführten Grundsätze der Gewässerraumfestlegung und soll den Planungsträgern bei der Gewässerraumfestle-gung als Hilfe und Wegleitung dienen. Sie wurde gemeinsam mit drei Arbeitsgruppen (Siedlung, Hochwasserschutz, Ökologie und Erholung) erarbeitet.

Zur Veranschaulichung der Gewässerräume und zur Abwägung der betroffenen Interessen wurde von der ETH Zürich eine Visualisierungsplattform erstellt. In der Arbeitshilfe wird ein Verweis auf diese externe Plattform aufgeführt.

Suter S., Häni M., Scapozza C., Marzohl S., Zurbriggen N., Bergamin N. 2015. Festlegung des Gewässerraums im Siedlungsgebiet – Struktur und Inhalt der Arbeitshilfe („Werkzuegkasten“). AWEL Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft Kanton Zürich.

 

Ja zur Gewässerrevitalisierung – (k)eine Frage der Fruchtfolgeflächenverluste

Die beschränkte Verfügbarkeit der Ressource Boden führt dazu, dass Hochwasserschutzprojekte, Renaturierungen oder Revitalisierungen mit dem Argument des übermässigen Verbrauchs an Landfläche im Allgemeinen und Fruchtfolgefläche im Speziellen hinterfragt werden. Mit dem revidierten und 2011 in Kraft getretenen Gewässerschutzgesetz verlangt der Bund von den Kantonen eine strategische Planung der Revitalisierung der Gewässer. [mehr…]

Gewässerentwicklungskonzept Hasli

Bis in die 1980er-Jahre standen die Nutzungs- und Hochwasserschutzinteressen im Vordergrund. In der Zwischenzeit haben sich die Sichtweisen – und damit auch die gesetzlichen Anforderungen – stark verändert. Prioritär ist weiterhin der Hochwasserschutz, also die Sicherheit. Berücksichtigt werden müssen heute jedoch auch Anliegen aus den Bereichen Naturschutz, Erholung, Tourismus, Wasserversorgung und Landwirtschaft. Was das für die einzelnen Gewässer bedeutet, können nicht allein Fachexperten entscheiden. Vielmehr sind auch alle jene Bevölkerungskreise einzubeziehen, die von den entsprechenden Vorhaben betroffen sind.

Eine Möglichkeit, diese Herausforderung zu erfassen und koordiniert anzugehen, ist die Erarbeitung eines Gewässerentwicklungskonzepts wie das GEK Hasli.

In vielen Gewässern fehlt Kies

Führt ein Bach oder Fluss zuviel Geschiebe, kann er bei Hochwasser leicht über die Ufer treten und Schäden anrichten. Doch oftmals fehlen in den Schweizer Fliessgewässern Geröll, Steine und Kies. Das wirkt sich auf die Lebewesen aus.

SRF Radio: Echo der Zeit vom 04. Mai 2015 18.00 Uhr

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