Wir planen regelmässige Webinare, in denen wir Projekte und Methoden vorstellen, die für die Gewässerrevitalisierung und Wasserkraftsanierung relevant sind. Gerne nehmen wir Vorschläge für weitere Webinare entgegen (E-Mail).
Die Aufnahmen unserer Webinare finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
Refererenten: Lukas Boller und Matthias Sturzenegger, Aquaplus
Flachwasserzonen in Seen dienen als Geburtsstätten und Lebensräume für Jung- und Adultfische. Wasserpflanzen als wichtigster Struktur- und Lebensraumfaktor spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Habitatqualität dieser Zonen für Fische lässt sich durch das fischökologische Potenzial (FÖP) bewerten – ein Modell, das Wassertiefe, Untergrund, Pflanzenarten und deren Dynamik berücksichtigt. Das FÖP hilft, die Eignung von potenziellen Lebensräumen für Laich- und Jungfische zu bestimmen und Veränderungen durch menschliche Eingriffe abzuschätzen.

Referent: Martin Pfaundler, BAFU
Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat 2024 den Subventionsbereich ökologische Sanierung der Wasserkraft einem Audit unterzogen und dabei eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen. Es werden das Verfahren zur Finanzierung der Projekte zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft vorgestellt, sowie die Änderungen erläutert, die sich aus der Umsetzung der EFK-Empfehlungen ergeben haben.
Eine französische Version dieses Webinars findet am selben Tag von 11-12 Uhr statt.
Link zu weiterführenden Informationen

Die Vernehmlassung zur Änderung des Gewässerschutzgesetzes ist am Laufen. Dazu organisiert Wasser-Agenda 21 ein Webinar mit zwei Teilen, an dem die fachlichen Grundlagenarbeiten zu den Motionen „Elimination von Mikroverunreinigungen“ und „Reduktion von Stickstoff auf Abwasserreinigungsanlagen“ präsentiert werden. Es findet am Donnerstag, 5. Februar 2026 statt. Das Webinar richtet sich insbesondere an Fachleute aus Kantonen, ARA-Verbänden und Ingenieurbüros. Die Präsentationen werden auf Deutsch gehalten und simultan auf Französisch übersetzt. Die Berichte zu den technischen Grundlagen finden Sie hier.
Inhalt Teil 1 zu den fachlichen Grundlagen der Motion „Elimination von Mikroverunreinigungen auf ARA“ am Vormittag, 10.15-12.00 Uhr:
Inhalt Teil 2 zu den fachlichen Grundlagen der Motion „Reduktion von Stickstoff auf ARA“ am Nachmittag, 13.30-15.00 Uhr:

Referent: Steffen Schweizer, Kraftwerke Oberhasli
Im Webinar wird die Schwallsanierung der Muota vorgestellt. Das besondere daran ist, dass drei Kraftwerke mit verschiedenen Massnahmen saniert wurden. Ein Fokus des Webinars gilt dem Umbau des Kraftwerks Wernisberg in ein reines Laufwasserkraftwerk.
Referierende: Pascal Vonlanthen (Aquabios), Niels Werdenberg (Emch+Berger), Simone Knecht (Wasser-Agenda 21)
Wie können durch naturnahe, künstliche Einbauten wertvolle aquatische Lebensräume geschaffen werden?
Um diese Frage zu beantworten, stellen die Referierenden die praxisnahen Produkte „Strukturierungsmassnahmen im Wasserbau“ vor. Sie zeigen auf, wie Strukturierungsmassnahmen wirken, geben einen Überblick, was für den Einbau zu beachten ist und zeigen Beispiele auf, wie Strukturen eingebaut werden können.
Speakers: Kristian Wendelbo and Stefan Kläppe
The two presenters from Sweden will demonstrate their fish monitoring systems. These systems are designed for straightforward setup and feature AI-based fish and species recognition, as well as instant data access via a web browser. They will talk about the experience they have gained over the last 20 years.
Referenten: Armin Peter und Nils Schölzel, FishConsulting GmbH
Über den Erfolg und das Schicksal von abwandernden Lachsen war in der Schweiz bisher nichts bekannt. Radiotelemetrische Studien in der Aare und im Rhein zeigen nun erstmals das Verhalten und das Überleben der abwandernden Lachse auf. Die Fische wurden in der Rheinstudie bis zum untersten Kraftwerk bei Iffezheim (D/F) detektiert. Die Resultate werden im Webinar vorgestellt. Zudem erfolgt ein Überblick über weitere geplante Lachsstudien.
Christian Wolter aus Berlin stellt das Pilotvorhaben „Vertical Wetlands“ vor. Die vertikalen Uferwandbegrünungen sind eine übertragbare und skalierbare Methode, um an naturfernen, künstlichen Wasserwegen Minimalhabitate zu schaffen. Diese bieten verschiedenen Arten ökologische Trittsteine und ermöglichen so deren Aufenthalt und Durchwanderung.
Thomas Kreienbühl (Ecqua) erklärt die Eckpunkte des Methoden- und Bewertungsstandards. Ziel der beiden Standards ist, dass alle PIT-Studien an Fischaufstiegshilfen (FAH) in der Schweiz einheitlich durchgeführt und bewertet werden. Um die Bewertung zu erleichtern, wurde ausserdem das «PIT-Webtool» entwickelt. Nach dem Hochladen aller Detektionsereignisse sowie der Stichprobe der markierten Fische erlaubt dieses die standardisierte sowie detaillierte Auswertung und Bewertung einer PIT-Studie. Das Tool wird ebenfalls kurz vorgestellt.
Der Fischabstieg als Massnahme zur ökologischen Sanierung von Kraftwerken stellt uns vor Herausforderungen. Eine davon ist die Überprüfung der Wirkung von Fischabstiegsanlagen, beispielsweise weil die Fische meist mehrere Wege für den Abstieg wählen können. Im Auftrag des BAFU haben Franck Cattaneo (hepia), Alexandre Richard (Scimabio) und Jérôme Plomb (Aquarius) einen Bericht erstellt, der das vorliegende Wissen zu diesem Thema zusammenfasst und Empfehlungen für die Praxis macht. Dieser Bericht wird im Webinar vorgestellt.
In Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz hat die ZHAW eine einfache GIS-Methode entwickelt, die anhand von Vorher-nachher-Luftbildern und weiteren verfügbaren (Geo-)Daten systematisch analysiert, wo Hochwasserereignisse Chancen für den Erhalt natürlich entstandener Gerinneveränderungen bieten («kostengünstige Revitalisierungen»). Diego Tonolla stellt die Methode sowie auch die Ergebnisse für das untersuchte Gebiet vor.
Bauvorhaben in geschützten oder schützenswerten Lebensräumen unterliegen der Ersatzpflicht nach Art. 18 Abs. 1ter NHG. Heute wird zur Bewertung von Eingriff und Ersatz in terrestrischen Lebensräumen in der Regel die «Bewertungsmethode für Eingriffe in schutzwürdige Lebensräume» (BAFU / KBNL) angewandt. Die Methode ist jedoch nicht dazu geeignet, Eingriff und Ersatz in aquatischen Lebensräumen zu bewerten. Der Kanton Bern hat deshalb eine Methode zur Bewertung von Eingriff und Ersatz in Fliessgewässer-Lebensräumen («BESBf») entwickeln lassen.
Die Bewertung eines technischen Eingriffs mit diesem Werkzeug zeigt aus fachlicher Sicht auf, in welcher Qualität und in welcher Quantität Ersatzmassnahmen für Fliessgewässer-Lebensräume zu leisten sind.
Im Webinar wird aufgezeigt, welche Voraussetzungen für die Anwendung der Methode bestehen, wie das Prinzip der Methode funktioniert und wie sie angewendet wird.
Referierende: Pascale Affolter (Kanton Bern), Christoph Bühler (Hintermann & Weber AG)
Nele Schuwirth von der Eawag stellt eine Methode vor, mit der Fischwanderhindernisse im Zuge der strategischen Revitalisierungsplanung identifiziert werden können, deren prioritärer Rück- oder Umbau einen grossen ökologischen Nutzen für die heimische Fischfauna bedeutet. Udo Schröder von watergisweb stellt das dazugehörige GIS-Tool vor.
Erfahren Sie, wie innovative KI-Technologien zur Videoüberwachung des Fischabstiegs bei Schweizer Flüssen eingesetzt werden. In diesem Webinar stellt Damien Sidler von Fishlab die Entwicklungen in der Bildaufnahme und automatisierten Datenanalyse vor, die Artenbestimmung, Grössenmessung und Untersuchung des Verhaltens ermöglichen.
Fliessgewässer und ihre umgebenden Uferzonen sind nicht nur faszinierende Lebensräume, sondern auch Biodiversitäts-Hotspots. Durch ihre aussergewöhnliche Artenvielfalt können Bäche eine Vielzahl wichtiger Ökosystemfunktionen erfüllen. Die Biodiversität und Ökosystemfunktionen können jedoch über die Grenzen von Süsswasser- und terrestrischen Ökosystemen hinweg verbunden sein, und zwar durch Energieflüsse, Nährstoff-Kreisläufe und den Transport von Organismen. Dazu stellt Rebecca Oester (SUPSI, Eawag und Uni Zürich) ihre Forschungsresultate vor.
Die fischgängige Sanierung von nicht kraftwerksbedingten Hindernissen rückt immer stärker in den Fokus bei Revitalisierungen von Fliessgewässern. Zur Überprüfung der Durchwanderbarkeit von Hindernissen und Sanierungsmassnahmen haben sich Markierungsmethoden (z.B. mit PIT-Tags) bewährt. Dafür haben Lukas Boller und Andres Hagmayer von Aquaplus AG einen Vorschlag entwickelt, wie die Fischgängigkeit in Abhängigkeit der Körperlänge standardisiert bewertet werden kann.
Marcell Mészàros, Dana McCoskey and Luiz da Silva present an overview about the work done by IEA section hydropower and fish, including the roadmap published in 2022 and an outook of the next phase. In addition, there will be a link to the work of the US Department of Energy’s Water Power Technologies Office and their challenges between research and implementation.
Mika Sohlberg and Matthew Nimmo introduce Fishheart, an innovative solution to upstream fish migration. They will explain in detail how Fishheart is able to attract and safely transport all fish species without the loss of water or heavy construction costs.
Sara Süess, Jelger Elings, Luis Habersetzer and Maja Bosnjakovic from EAWAG Kastanienbaum, Department of fish ecology and evolution, present their research project. Using a large-scale acoustic telemetry network in the Rhine-Aare River network, they will track the routes of some of the most important and vulnerable fish species over several years and under changing environmental conditions.
Dr. Gilles Antoniazza und Dr. Carlos Rodrigo Wyss von FluvialTech GmbH geben einen aktuellen Überblick der Methoden zur indirekten Geschiebetransportmessung.
Manuel Nitsche und Théo Cormon der Sektion Sanierung Wasserkraft beim BAFU stellen die neue Vollzugshilfe vor.