Können Batterien zur ökologischen Sanierung von Schwall-Sunk einen Beitrag leisten?
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Diskussionsbeitrag mit grundsätzlichen Überlegungen
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Wyss C.R., Haas J., Vollenweider S.
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2022
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Speicherkraftwerke erlauben einen Betrieb, der die schwankende Stromnachfrage flexibel ausgleicht. Die häufigen Änderungen der Stromproduktion, in der Regel mehrmals pro Tag, haben eine hohe Variabilität des Abflusses zur Folge (Schwall- Sunk). Diese unnatürlichen Abflussschwankungen führen zu vielfältigen Beeinträchtigungen der Gewässerökologie in der Rückgabestrecke. 2011 wurde in der Schweiz die Gewässerschutzgesetzgebung revidiert. Die neuen rechtlichen Vorgaben schreiben die Sanierung von wesentlichen ökologischen Beeinträchtigungen durch Schwall-Sunk vor. Im Rahmen einer strategischen Planung wurden schweizweit 675 Wasserkraftwerke bezüglich Schwall-Sunk untersucht. 100 Speicherkraftwerke wurden als sanierungsbedürftig eingestuft. Die Dämpfung der hydrologischen Auswirkungen von Schwall-Sunk kann primär durch bauliche Massnahmen, auf Antrag der Kraftwerksbetreiber aber auch mit betrieblichen Massnahmen erreicht werden. Im Vordergrund stand in der Massnahmenplanung bislang der ober- und unterirdische Bau von Retentionsvolumina, allenfalls gekoppelt mit betrieblichen Massnahmen. In diesem Artikel sind grundsätzliche Überlegungen zu Batterie-Energiespeichersystemen (BESS) und zur ökologischen Sanierung von Schwall-Sunk mit BESS zusammengestellt. Mittels einer wirtschaftlichen Berechnung wird aufgezeigt, dass BESS für ausgewählte Speicherkraftwerke eine Alternative zum Bau von Retentionsvolumina darstellen könnte.
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Wasser Energie Luft Vol. 114 Heft 3 S. 161-166