Schwall-Sunk-Sanierung mit hybriden Ausgleichsbecken-Batterie-Systemen
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Höfkes G., Evers F., Hohermuth B., Boes R.
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2022
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Speicherwasserkraftwerke sind in der Lage, flexibel Strom zu erzeugen, um einen schwankenden Strombedarf zu decken. Dies führt jedoch zu stark intermittierenden Produktionsmustern mit einem schnellen An- und Herunterfahren der hydraulischen Maschinen. Bereits heute spielen Speicherkraftwerke eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit und die Anforderungen an ihre Flexibilität werden durch Zubau von neuen erneuerbaren Energien tendenziell zunehmen. Der Flexibilität sind einerseits jedoch technische Grenzen gesetzt, da häufige, schnelle Lastwechsel die Turbinen stärker beanspruchen können. Andererseits erfordert das Gewässerschutzgesetz eine Dämpfung künstlicher Abflussschwankungen (Schwall-Sunk), um bei der Rückgabe in den Vorfluter nachteilige Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme zu limitieren. Eine mögliche Alternative ist, die Lastwechsel durch stationäre Grossbatterien zu glätten und so Speicherkraftwerke weiter zu flexibilisieren. Die vorgestellte Abschätzungsmethode ermöglicht eine Vordimensionierung von Grossbatterien als Ergänzung zu einer Schwall-Sunk-Sanierung mittels Ausgleichsbecken. Neben technischen werden dabei auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Anhand dreier Fallbeispiele wird die Abschätzungsmethodik auf bestehende Kraftwerkanlagen angewendet.
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Wasser Energie Luft Vol. 114 Heft 3 S. 167-174